Motivation

Die zukünftige Mobilität steht vor einer Reihe an Herausforderungen, die zu bewältigen sind. Die Verkehrsleistung in Deutschland steigt weiter an, wobei weiterhin die Fahrten des motorisierten Individualverkehres (MIV) einen großen Anteil des Verkehrs ausmachen. Des Weiteren ist Deutschland auch vom demographischen Wandel und einer zunehmenden Urbanisierung betroffen. Dazu treten ökonomische und ökologische Herausforderungen auf. Die Nutzung von Mobilität soll möglichst wenig kosten aber auch flexibel sein und gleichzeitig wenig Emissionen verursachen. Eine weitere Herausforderung ist es, die Sicherheit der Mobilitätsformen zu erhöhen, damit die Anzahl an Unfällen und Unfalltoten sinkt. Zusätzlich zu diesen sechs Herausforderungen wird eine zunehmende Digitalisierung von Mobilitätsangeboten hinsichtlich Fahrzeugkommunikation oder Mobilitätsplattformen (Mobility-as-a-Service) erwartet, die gleichzeitig auch Grundlage für die anderen Herausforderungen ist.

Wie spiegelt sich die Situation im ÖPNV im ländlichen Raum wider?

Der demographische Wandel sowie die Urbanisierung reduzieren die Nachfrage im ÖPNV im ländlichen Raum und erschweren die bedarfsgerechte und flexible Versorgung der Bevölkerung mit kostengünstigen Mobilitätsangeboten. Die Folge ist, dass der klassische Linienbusbetrieb vor allem im ländlichen Raum, aber auch in Randgebieten der Städte, zunehmend unrentabler wird. Dies gilt für Deutschland und insbesondere für Sachsen-Anhalt. Durch das sinkende Angebot des öffentlichen Verkehrs nimmt der MIV vor allem für Pendlerfahrten zu. Dies führt zu erhöhten Emissionen, da der MIV vorwiegend durch fossile Brennstoffe angetrieben wird.

Deshalb steht die heutige Gesellschaft und die zukünftigen Generationen vor der zentralen Herausforderung, das Mobilitätsangebot bei gleichzeitiger Kosteneffizienz und unter erhöhten ökologischen und sicherheitstechnischen Anforderungen zu verbessern. Zusätzlich sind insbesondere im ländlichen Raum und in städtischen Randgebieten die Flexibilität und die Anbindung an bestehende Netze zu verbessern.

Was ist diesbezüglich in Zukunft zu tun? Was treibt uns an?

Eine große Chance liegt in einem intelligent gestalteten ÖPNV:

  • Breit gestreutes Mobilitätsangebot (MIV, Fußverkehr, Radverkehr, ÖPNV, Sharing-Angebote)
  • Verknüpfung der Mobilitätsangebote - Auswahl der Mobilitätsdienste und Bezahlung dieser (Mobility-as-a-Service-Plattformen)
  • Automatisierung der Mobilitätsangebote (Automatisierter Shuttlebus)
  • Kommunikation zwischen den Mobilitätsangeboten (V2X-Kommunikation)

In dem Projekt AS-NaSA konzentrieren wir uns auf den Einsatz eines automatisierten Shuttlebusses. Automatisierte Fahrzeuge, vor allem der Einsatz von automatisierten Shuttlebussen im ÖPNV, tragen dazu bei, das Mobilitätsangebot auch bei geringerer Auslastung kostengünstig anzubieten. In Kombination mit der Implementierung eines On-demand-Verkehres kann der automatisierte Shuttlebus vor allem im ländlichen Raum dabei helfen, sowohl die Frage der bedarfsgerechten Versorgung als auch der Finanzierung zu lösen. Der automatisierte Personenverkehr bietet somit die Möglichkeit, flexibel bisher nicht oder nur wenig frequentierte öffentlich versorgte Haushalte an das ÖPNV- bzw. SPNV-Netz anzubinden. Bei den Shuttlebussen handelt es sich überwiegend um Elektro-Kleinbusse auf Basis erneuerbarer Energie. Daraus resultiert eine wesentliche Reduzierung von CO2-Emissionen, wenn der Shuttlebus einen Dieselbus insbesondere auf wenig frequentierten Strecken ersetzt. Eine erhöhte Sicherheit wird durch die Verwendung von Sensor- und Assistenzsystemen ebenfalls erreicht.1028x442 @ 167,278

 

 

Letzte Änderung: 08.05.2020 - Ansprechpartner: Sönke Beckmann